Call Us

Tel (USA): 1-(727)230-0563
Costa Rica: (506) 2257-0441

Follow Us On

Die Geschichte der spanischen Sprache

Die Geschichte des Spanischen hängt eng mit der Geschichte Spaniens zusammen. Mehr als 400 Millionen Menschen in über 23 Ländern sprechen Spanisch als erste Sprache. Das Spanische ist die meist verbreitete Sprache auf der westlichen Halbkugel.

Das "Castellano" oder das Kastilische, wie es in historischen Kontexten bezeichnet wird, ist das Ergebnis einer 2000 Jahre langen Entwicklung. Der Hauptursprung liegt im Lateinischen, welches noch vor Geburt Jesu Christi mit den ersten romanischen Söldnern nach Spanien kam. Verschiedene Einflüsse vor allem durch das Keltische, das Arabische und später auch durch das Französische formten langsam das heutige Spanisch.

Ende des 15. Jahrhunderts verstärkte die Vereinigung der Monarchien Castilla und Aragon die Dominanz der Sprache. Daraufhin wurde der kastilische Dialekt offizielle Sprache der Region. Kurz darauf überquerten spanische Entdecker, Eroberer und Missionare den Atlantik.

Das erste bekannte schriftliche Dokument aus Spanien sind die Glosas Emilianeses, die 964 in einem Kloster in San Millan de Gogolla verfasst wurden. El Cantar del Mio Cid, zu Zeiten des Mittelalters geschrieben, ist eines der ältesten literarischen Stücke.

Mit der Entdeckung Amerikas wurde die erste spanische Grammatik verfasst von Elio Antonio de Nebrija veröffentlicht.

Das Jahr 1492 ist nicht nur wegen der Entdeckung Amerikas so bedeutend: In diesem Jahr wurden die Araber aus Spanien vertrieben und die Halbinsel wurde unter dem katholischen Königspaar Fernando und Isabella vereinigt.

Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die spanische Rechtschreibung und Aussprache ausgebaut und gefestigt. In der Morphologie erschienen Zeitformen; die Wortstellung wurde starrer und auch die Position der Pronomen variierte nicht mehr. Don Quijote (Cervantes), verfasst im 17. Jahrhundert, wird als ein Meisterstück der spanischen Literatur angesehen.

Mit der politischen Vereinigung Castillas und Aragons wurde das "Castellano" Amtssprache für Dokumente, Politik und Diplomatie. Im 16. Jahrhundert wurde Spanisch als die offizielle Reichssprache angesehen und wurde Objekt vieler Analysen, Systematisierungen und intelektueller Diskussionen. 1611 veröffentlichte Sebastion de Covarrubias das erste spanische Wörterbuch.

Neue Wörter

Spanisch war bis zum 18. Jahrhundert die am meisten genutzte diplomatische Sprache. Die Lexika zu dieser Zeit nahmen immer mehr Wörter aus anderen Sprachen auf, sowohl aus europäischen als auch aus amerikanischen Ursprachen. Aus Italien kamen Wörter wie soneto, medalla und piano. Gallizismen waren Wörter wie jardín und sargento, während Wörter wie patata, cóndor, alpaca und puma aus Quechua und Guarani, Südafrika kamen. Aus der Familie der Nahuatl-Sprachen aus Mexiko kamen bekannte Wörter wie chocolate, tomate und cacao.

Das heutige Spanisch

1731 wurde die Real Academia Española gegründet. Sie verfasste strikte Kriterien für die Bewilligung von Neologismen und Aufnahme von internationalen Wörtern. Zu dieser Zeit wurde die spanische Grammatik formalisiert und es gab einen Boom an spanischer Literatur mit vielen unterschiedlichen literarischen Stilen, bedingt durch die Freiheit des Ausdrucks der Schriftstellern und Spanischsprechenden.

Im 20. Jahrhundert gab es nochmals Erneuerungen in der Anwendung der spanischen Sprache. Weiterhin fanden viele Neologismen, hervorgerufen durch die technischen und naturwissenschaftlichen Fortschritte, ihren Weg ins Spanische. Sie reichen von klassischen Wörtern wie termómetro, átomo und psicoanálisis bis hin zu modernen und kaum eingespanischten filmar, radar, casete, PC and módem.